Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Januar, 2010 angezeigt.

Wenn da

Nicht einer gewesen wäre
Der die städte leuchten ließ
Die häuser in den himmel wachsen
aus straßen achterbahnen machte
Die schatten aus meinem gesicht
Vor die glühende sonne hing
Aus wolkenfetzen
Passende träume schnitt und
Die lügen zertrat wie lästiges fragen
Wenn da nicht einer gewesen wäre
Der aus den scherben der hoffnung
Kaleidoskope zauberte -
Ich fände die straße
Das haus den tisch und
Die vase nicht mehr mit den zweigen
Des lichts

(JanaJana)
PULSEXPERIMENTE außer kontrolle
unsere übergewichtigen ausarmungen,
zum zurückrudern fehlt ein süßstoffspray;
die achtsamkeiten im see
am oktavensprunglächeln festgepinnt.
unsere grasspitzenfühligkeit
schluckt fragezeichen wie abwesende.

(Hans Kühnle)

lichtstille

der tritt von schwerem schuh
werk auf dem pflaster bruch/stück/
haft einige sehr populäre songs

aus dem radio bevor die nach
richten in die unwirklichkeit
dringen/das licht fällt in schmalen

streifen an die raufaser einer
wohnung in der schon lange
niemand mehr wohnt geschweige

denn lebt und letztendlich dein
verblichenes foto auf der fensterbank
schlägt kerben in den leib der zeit

(Stefan Heuer)

das herz

tut weh
aber spricht nicht.

es ist kein vermittler
im büro für desorientierung.

tüchtig wie sisyphos,
versorgt es abgelegenste provinzen
mit strom und getreide
und unzustellbarer post.

es hat keinen begriff
von reinheit.

keinen von ewigkeit.
es kommt nicht herbeigelaufen

wenn wir es rufen.
im grunde ohnmächtig,

arbeitet es weiter dort unten
in seinen wallnussgemäuern.

(Iris Schröder)

hundeleben

und einmal
da lebte ich in einer eulenspielgelgesellschaft
nullen jagten mich
anderntags
war wieder leerzeit (oder war es zeitleere)
mit entzündeten lidern
meine pfötchen gehoben
wartete ich im käfig hechelnd
nach einem freundlichen blick
bevor sie mich
im sprung erwischten

(alma marie schneider)


wenn ich könnte, würde ich das projekt "halbtags leben" erfinden. jeder mensch sollte das recht haben, sich in der zweiten hälfte des tages von der ersten zu erholen.

(wilhelm genazino)
in manchen nächten kannst
du meine küsse riechen
dann duftet der mond nach
rosen und der garten
trägt stolz sein licht
blass noch die
erdbeergesichter
bereit zum erröten
am morgen
danach

(Gerlinde Weinmüller)