Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom April, 2010 angezeigt.

traumbilderwelten

an jenem gewöhnlichen montagabend
lud ich dich zu einem glas rotwein
in meine wohnung ein.

und während du auf meinem allerweltsofa platz nahmst,
sprachst du unentwegt
von diesem anderen mädchen.

in dieser nacht schaute ich dir in die träume.
schmetterlingsflügel malten dich in bunten farben,
gemeinsam verzehrten wir das herz des himmels
und ich spürte so etwas wie glück.

unmöglich zu schlafen,
nur um von dir zu träumen.

(Molk Manuela)

Zärtlich

Wenn du gehst
bin ich manchmal in lyrischer Stimmung.
Ich wickle die Küsse ins Leintuch.

Zärtlich sind Pflanzen und Tiere im Schlaf
der Mensch schauft wie ein Vulkan.

Gib mir den Atem zurück! du hast ihn
verschlungen aus meinem Mund.
Jetzt ist dein Gesicht von Speichel verklebt
und dein Magen auch nicht gefüllt
von mir.

(Martin Amanshauser)

traumbilderwelten

an jenem gewöhnlichen montagabend
lud ich dich zu einem glas rotwein
in meine wohnung ein.

und während du auf meinem allerweltsofa platz nahmst,
sprachst du unentwegt
von diesem anderen mädchen.

in dieser nacht schaute ich dir in die träume.
schmetterlingsflügel malten dich in bunten farben,
gemeinsam verzehrten wir das herz des himmels
und ich spürte so etwas wie glück.

unmöglich zu schlafen,
nur um von dir zu träumen.

(Molk Manuela)

am lidschlag der zeit

auf dem unbewohnten grundstück wuchterte das unkraut.
ich trug das sonnenblumengelbe kleid,
an dem schon seit ewigkeiten ein knopf fehlte.
wir sprachen sehr viel.
als wäre da ein loch vor uns,
in dem unsere worte unablässig zu versickern drohten.
und als sich dein schattenbild so vor mir abzeichnete,
so menschlich, so unvollkommen, so gewöhnlich,
da wollte ich uns zur zukunft machen,
aber die gegenwart blinzelte scharfsichtig durch die dünne wolkendecke.
da wusste ich: wir befanden uns am lidschlag der zeit

(Manuela Molk)

Nicht mutig

Die Mutigen wissen
dass sie nicht auferstehen
dass kein Fleisch um sie wächst
am jüngsten Morgen
dass sie nichts mehr erinnern
niemandem wiederbegegnen
dass nichts ihrer wartet
keine seligkeit
keine folter
ich
bin nicht mutig.

(Marie Luise Kaschnitz)