am lidschlag der zeit

auf dem unbewohnten grundstück wuchterte das unkraut.
ich trug das sonnenblumengelbe kleid,
an dem schon seit ewigkeiten ein knopf fehlte.
wir sprachen sehr viel.
als wäre da ein loch vor uns,
in dem unsere worte unablässig zu versickern drohten.
und als sich dein schattenbild so vor mir abzeichnete,
so menschlich, so unvollkommen, so gewöhnlich,
da wollte ich uns zur zukunft machen,
aber die gegenwart blinzelte scharfsichtig durch die dünne wolkendecke.
da wusste ich: wir befanden uns am lidschlag der zeit

(Manuela Molk)

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