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Es werden Posts vom Oktober, 2011 angezeigt.

Differenzierung, Rue d´Avron

Die Bruchstücke deines Lebens liegen verstreut auf dem Tisch:
Ein Päckchen Taschentücher, halb geleert,
Ein wenig Verzweiflung und deine zweiten Schlüssel;
Ich weiß noch, wie begehrenswert du warst.

Der Sonntag entfaltete seinen leicht klebrigen Schleier
Über den Fritten-Ständen und den Neger-Bistros;
Ein paar Minuten lang wanderten wir, fast fröhlich,
Und dann gingen wir heim, um keine Leute mehr zu sehen

Und um einander anzuschauen ganze Stunden lang;
Du entblößtest deinen Körper vor dem Waschbecken
Dein Gesicht bekam Falten, doch dein Körper blieb schön
Du sagtest: "Schau mich an. Ich bin heil,

Meine Arme sitzen an meinem Leib, und der Tod
Wird meine Augen nicht holen wie die meines Bruders,
Du hast mich den Sinn des Gebetes gelehrt,
Schau mich an, schau her. Richte die Augen auf meinen Körper."

(Houellebecq Michel)

Wucht der Stunde

Entdeckung am heutigen Tage:
Ein Loch in der Dämmerung.
Bin reingeklettert, mit den Schulterblättern voran.
Weiche Töne, wie Porzellan,
reißen mein Herz an.
Ich tanze, mein Haar sitzt schon lange nicht mehr,
von Morgenröte bis zum Abendbrot.
Der Versuch eines Gedankens.
Besser, du nimmst die Kinder.
Ich wache auf mit dem Kopf unterm Arm.

(Wienke Treblin gefunden bei Fixpoetry)
was erwartest du?
dass er herabsteigt
von den bergen
am morgen
der tau
in dein bett von lehm?
bevor die sonne ihn aufleckt
ein korn das versprechen begrünt
zu wachsen und äpfel zu tragen
bis in den himmel
wieder?

(ja!)

Carl Reiner Holdt