Süße Person,
faß deine Seele an und komm,
wir wollen morgen mit einer Bimmelbahn
hinausfahren an ein Meer
und Schneckenhäuser sammeln.
Sei nicht ängstlich, greif
nach dem reiselustigen Fisch im Wasser -
mit dem Tropfenüberschuß
des letzten Regens der Erde
wasche ich dir die Augen aus,
denn du hast kein Recht zu weinen,
bevor du nicht tot bist
und ein Stern dir sagt: Weine nun, Engel!
(Christoph Meckel)
Hier findet ihr alles rund ums Gedicht, egal ob modern oder schon älter....bekannt oder unbekannt...Hauptsache: Lyrisch
Freitag, 30. Dezember 2011
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Die Spiegel
Leere Spiegel im Haus.
Niemands schönes Gesicht. Wolken
Ziehen darin. Die sanften die grauen die
Unheimlich blitzzerschlagenen. Als ob er
Im Krieg ist.
(Sarah Kirsch)
Niemands schönes Gesicht. Wolken
Ziehen darin. Die sanften die grauen die
Unheimlich blitzzerschlagenen. Als ob er
Im Krieg ist.
(Sarah Kirsch)
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Dasein
Das Riff im Nass
der Fels im Sand
der Stein im Haus:
Kann Fürst
kann Bettler
kann Künstler sein
Im Riff
im Fels
im Stein
kann Macht
kann Güte
kann Asyl der Seele sein
(Johannes Golznig)
der Fels im Sand
der Stein im Haus:
Kann Fürst
kann Bettler
kann Künstler sein
Im Riff
im Fels
im Stein
kann Macht
kann Güte
kann Asyl der Seele sein
(Johannes Golznig)
Freitag, 23. Dezember 2011
Vor Weihnachten
Die Hektik
der stillsten Zeit im Jahr
Die Kaufhäuser voll
Wir beide
wir traten gestern hinaus
unter die kahlen Bäume
Stille bedeckte den Abend
wie Schnee
(Georg Bydlinski)
der stillsten Zeit im Jahr
Die Kaufhäuser voll
Wir beide
wir traten gestern hinaus
unter die kahlen Bäume
Stille bedeckte den Abend
wie Schnee
(Georg Bydlinski)
Montag, 19. Dezember 2011
im wald 1
durchgefrorene gräser
mit glitzerschnee besprüht
steife bäume in weißem pelz
stehn leise rieseln herum
vorsichtig steige ich durch
die weihnachtsdeko - am
wenigsten festlich: ich
(Anna Breitenbach)
mit glitzerschnee besprüht
steife bäume in weißem pelz
stehn leise rieseln herum
vorsichtig steige ich durch
die weihnachtsdeko - am
wenigsten festlich: ich
(Anna Breitenbach)
Freitag, 16. Dezember 2011
Es ist Advent
Im Tale sind die Blumen
nun verblüht
und auf den Bergen
liegt der erste Schnee.
Des Sommers Licht und
Wärme sind verglüht,
in Eis verwandelt
ist der blaue See.
Wie würde mir mein Herz
in Einsamkeit
und in des Winters Kälte
angstvoll gehen,
könnt ich in aller
tiefen Dunkelheit
nicht doch ein Licht
in diesen Tagen sehn.
Es leuchtet fern und
sanft aus einem Land,
das einstens voll von
solchen Lichtern war,
da ging ich fröhlich an der
Mutter Hand
und trug in Zöpfen
noch mein braunes Haar.
Verändert hat die Welt
sich hundertmal
in Auf und Ab - doch sieh,
mein Lichtlein brennt!
Durch aller Jahre Mühen,
Freud und Qual
leuchtet es hell und schön:
Es ist Advent!
(Friedrich Wilhelm Kritzinger)
nun verblüht
und auf den Bergen
liegt der erste Schnee.
Des Sommers Licht und
Wärme sind verglüht,
in Eis verwandelt
ist der blaue See.
Wie würde mir mein Herz
in Einsamkeit
und in des Winters Kälte
angstvoll gehen,
könnt ich in aller
tiefen Dunkelheit
nicht doch ein Licht
in diesen Tagen sehn.
Es leuchtet fern und
sanft aus einem Land,
das einstens voll von
solchen Lichtern war,
da ging ich fröhlich an der
Mutter Hand
und trug in Zöpfen
noch mein braunes Haar.
Verändert hat die Welt
sich hundertmal
in Auf und Ab - doch sieh,
mein Lichtlein brennt!
Durch aller Jahre Mühen,
Freud und Qual
leuchtet es hell und schön:
Es ist Advent!
(Friedrich Wilhelm Kritzinger)
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Winternacht
Der Winter ist gekommen
und hat hinweggenommen
der Erde grünes Kleid;
Schnee liegt auf Blütenkeimen,
kein Blatt ist auf den Bäumen,
erstarrt die Flüsse weit und breit.
Da schallen plötzlich Klänge
und frohe Festgesänge
hell durch die Winternacht;
in Hütten und Palästen
ist rings in grünen Ästen
ein bunter Frühling aufgemacht.
Wie gern doch seh ich glänzen
mit all den reichen Kränzen
den grünen Weihnachtsbaum;
dazu der Kindlein Mienen,
von Licht und Lust beschienen;
wohl schönre Freude
gibt es kaum.
(Robert Reinick)
und hat hinweggenommen
der Erde grünes Kleid;
Schnee liegt auf Blütenkeimen,
kein Blatt ist auf den Bäumen,
erstarrt die Flüsse weit und breit.
Da schallen plötzlich Klänge
und frohe Festgesänge
hell durch die Winternacht;
in Hütten und Palästen
ist rings in grünen Ästen
ein bunter Frühling aufgemacht.
Wie gern doch seh ich glänzen
mit all den reichen Kränzen
den grünen Weihnachtsbaum;
dazu der Kindlein Mienen,
von Licht und Lust beschienen;
wohl schönre Freude
gibt es kaum.
(Robert Reinick)
Sonntag, 11. Dezember 2011
Alles still!
Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in
Wald und Flur,
und darüber thront
das Schweigen
und der Winterhimmel nur.
Alles still! Vergeblich
lauschet man der Krähe
heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein
summt vorbei.
Alles still! Die Dorfeshütten
sind wie Gräber anzusehn,
die, von Schnee bedeckt,
inmitten eines
weiten Friedhofs stehn.
Alles still! Nichts
hör ich klopfen
Als mein Herze
durch die Nacht -
heiße Tränen niedertropfen
auf die kalte Winterpracht
(Theodor Fontane)
Mondenstrahl in
Wald und Flur,
und darüber thront
das Schweigen
und der Winterhimmel nur.
Alles still! Vergeblich
lauschet man der Krähe
heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein
summt vorbei.
Alles still! Die Dorfeshütten
sind wie Gräber anzusehn,
die, von Schnee bedeckt,
inmitten eines
weiten Friedhofs stehn.
Alles still! Nichts
hör ich klopfen
Als mein Herze
durch die Nacht -
heiße Tränen niedertropfen
auf die kalte Winterpracht
(Theodor Fontane)
Freitag, 9. Dezember 2011
dornresal
schlaf zua:
i bin koa brinz,
i hob koa schweat
& hob koa zeid
zum heggnschneidn
mauergraxln
busslgeen
& heiraden.....
i muas moang fruah
in d orwad gehn
(sunsd fliage naus)
i muas zum drama
aufn sonndog wortn
& zum denga aufn urlaub.
schlaf zua
& draam de näxdn hundad johr
vom richdign.
(Josef Wittmann)
i bin koa brinz,
i hob koa schweat
& hob koa zeid
zum heggnschneidn
mauergraxln
busslgeen
& heiraden.....
i muas moang fruah
in d orwad gehn
(sunsd fliage naus)
i muas zum drama
aufn sonndog wortn
& zum denga aufn urlaub.
schlaf zua
& draam de näxdn hundad johr
vom richdign.
(Josef Wittmann)
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Und in deiner Sprache, wie
sagt man da "Tod"?
Reimt sich´s da auch auf "vom
Aussterben bedroht"?
Und doch schön zu spüren, dass
niemals was stirbt,
und das Wort "Tod" nie das
letzte sein wird.
Der Tod ist ein Seitensprung,
mehr a scho ned.
Du schlafst ein und wachst auf,
nur in an anderen Bett.
Das schöne Wort "Tod", schön
wie ein Stern,
in deiner Sprache möcht ich´s
gern hör´n;
Du mein riesiger Freund, da
drinnen im Meer.
(Ludwig Hirsch)
sagt man da "Tod"?
Reimt sich´s da auch auf "vom
Aussterben bedroht"?
Und doch schön zu spüren, dass
niemals was stirbt,
und das Wort "Tod" nie das
letzte sein wird.
Der Tod ist ein Seitensprung,
mehr a scho ned.
Du schlafst ein und wachst auf,
nur in an anderen Bett.
Das schöne Wort "Tod", schön
wie ein Stern,
in deiner Sprache möcht ich´s
gern hör´n;
Du mein riesiger Freund, da
drinnen im Meer.
(Ludwig Hirsch)
Sonntag, 4. Dezember 2011
Ich ließ meinen Engel
lange nicht los,
und er verarmte mir
in den Armen
und wurde klein,
und ich wurde groß:
und auf einmal war
ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm
seinen Himmel gegeben,-
und er ließ mir das Nahe,
daraus er entschwand;
er lernte das Schweben,
ich lernte das Leben,
und wir haben langsam
einander erkannt......
(Rainer Maria Rilke)
lange nicht los,
und er verarmte mir
in den Armen
und wurde klein,
und ich wurde groß:
und auf einmal war
ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm
seinen Himmel gegeben,-
und er ließ mir das Nahe,
daraus er entschwand;
er lernte das Schweben,
ich lernte das Leben,
und wir haben langsam
einander erkannt......
(Rainer Maria Rilke)
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