Im Café

Du siehst verändert aus. Die Jacke
ist neu, die Frisur, das Spiel um
Verlässlichkeit in der Erscheinung, flugs
geglättete Brauen und ein Lächeln als
Trinkgeld für einen halbwahren Satz.
Wir trinken Café und alles Olé.
Rosinen fallen herunter und das Ernste,
das längst stimmige Muster war in der
Betrachtung der Stille, verschließt
unsere Knie unter dem Tisch.
Unbekannt ist das Wirken der Tintenfische
in großer Tiefe. Das Ich hängt sich eine
Laterne um und geht spazieren.

Die Karriere als Leckstein der salzlosen
Tage glänzt hinterm Leder Tasche.
Wir trinken Café und Olé.
Und schließlich und wie immer an diesen
Stellen vielfach falsche Gewissheit.
Sie kämmt was wir sagen wie einen Scheitel
in das Haar des Moments.

(Frank Milautzcki)

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