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Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2015 angezeigt.

Eine Geste des Überlebens

Die menschliche Würde ist für mich ein Zustand, in dem ich mich ganz natürlich und frei zeigen kann in meiner Unvollkommenheit. Die menschliche Würde ist für mich auch Haltung und diese Haltung hat mit etwas zu tun, das ich Ehrfurcht vor dem Leben und Ehrfurcht vor dem Menschen nenne.

(Arno Geiger, in: Der Mensch braucht den Menschen, Hg. Carina Kerschbaumer, Edition Kleine Zeitung)

Daheim

Daheim -
das ist überall,
wo etwas wartet.
Ein Ort,
ein Name,
der Antwort gibt.
Etwas, das lebt.

(Alois Hergouth)

Ankommen im Grenzbereich

Die Landschaft scheint ihr morbidestes Kleid angezogen zu haben. Die Fernsicht erstickt nach wenigen Metern in der Gruselfilmkulisse, entfernte Ziele bleiben im Unsichtbaren verhaftet. Ein unüberschaubarer Horizont. Das zwingt im Fortkommen zu kleiner proportionierten Perspektiven. Filetiert das ganz Große in kleine Happen.

(Klaus Höfler, Kleine Zeitung vom 13. Dezember 2015)

Weihnachten

Ich bin Erika.

Jetzt kommt Weihnachten.

Ich schenke Vati ein Tischfeuerzeug
zu 22,50 DM.

Vati schenkt Michael
Tennisschläger zu 22 DM.

Michael schenkt Mutti
eine Schälmaschine
zu 19,70 DM.

Mutti schenkt mir
Schallplatten im Wert
von 18 DM.

4,50 DM muß ich noch
bekommen.

Von wem?

Ich bin so gespannt auf
Weihnachten....

(Robert Gernhardt)

An einem Tag wie diesem

"Bist du glücklich?", fragte Andreas. "Ich bin nicht unglücklich", sagte Fabienne.(An einem Tag wie diesem. Roman)

Das Buch von Peter Stamm mochte ich. Weil die Botschaft so klar ist, wie die Sprache. Es handelt von Gefühlen und der Leere, die wir manchmal empfinden. Von Einsamkeit und Liebe und davon, unserem Leben eine Form zu geben. Am Ende bleibt die Frage: Wie schaffen wir es unseren Weg zu finden? Wo entdecke ich das Glück, das doch manchmal so schwer festzuhalten ist? Eine Frage, mit der ich mich persönlich sehr oft konfrontieren muss. Weil es doch so wichtig ist. Weil ich es, so glaube ich, doch hauptsächlich in mir selber finden kann und muss. Und weil es trotzdem so schwer ist, bis dahin zu gelangen und auch dort zu verweilen.


"Sein Leben war eine endlose Abfolge von Schulstunden, von Zigaretten und Mahlzeiten, Kinobesuchen, Treffen mit Geliebten und Freunden, die ihn im Grunde nichts bedeuteten, unzusammenhängende Listen kleiner Ereignisse. Irgendwan…