Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil


Normalerweise machen mir Bücher über das Altwerden Angst. Dieses hier nicht. Dieses hier macht Mut. Weil es eine Liebeserklärung an das Älterwerden ist. Weil es zeigt, dass das Leben zu jedem Zeitpunkt lebenswert sein kann. Weil der Vater von Arno Geiger vielleicht etwas Eigenbrötlerisch ist, aber Humor besitzt und Weisheit. Sätze sagt wie "Es geschehen keine Wunder, aber Zeichen." oder "Das Leben ist ohne Probleme auch nicht leichter". Deshalb ist das Buch für mich in erster Linie auch kein Buch über die so gefürchtete Alzheimererkrankung sondern ein Buch über das Altern und darüber, wie die Familie damit umgeht. Eine Lektüre, die einen dankbarer und ehrfürchtiger dem Leben gegenüber macht und zeigt, wie es möglich ist, mi tdem Altwerden und mit Krankheit umzugehen.

"Es trifft mich immer unvorbereitet, wenn mir der Vater mit einer Sanftheit, die mir früher nicht an ihm aufgefallen ist, seine Hand an die Wange legt, manchmal die Handfläche, sehr oft die Rückseite der Hand. Dann erfasse ich, dass ich nie enger mit ihm zusammensein werde als in diesem Augenblick. Ich werde mich immer daran erinnern. Immer. Immer! Oder wenigstens, solange ich kann."

(Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil (dtv Literatur))

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