Frühling


Meine orangefarbenen
Abende ruhen in deinen Augen.
Du bist eine leise Blume
über dem Weg.
Manchmal verbergen Pappeln
meine Stimme zu dir:
dann zerbrechen gläserne Stunden.
Ich bekreuzige meine
hellblaue Ohnmacht.
Meinen glatten Handflächen
haften Monde an.
Wir haben alle violetten Winde
aus Nebel durchschritten und
alle grünen aus Eis und
alle roten aus Sonne und
sind geworden wie ein Gestirn.
(Friederike Mayröcker)

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