Die Erfindung der Einsamkeit



"Bar jeder Leidenschaft, weder für eine Sache, noch eine Person, noch eine Idee; unfähig oder nicht willens, sich unter gleich welchen Umständen zu offenbaren, war es ihm gelungen, sich vom Leben fernzuhalten, jegliches Eintauchen in den Daseinsstrom zu vermeiden. Er aß, er ging zur Arbeit, er hatte Freunde, er spielte Tennis, abe trotz alledem war er abwesend. Er war im tiefsten, im unabänderlichsten Sinn ein Unsichtbarer. Unsichtbar für andere, und höchstwahrscheinlich auch unsichtbar für sich selbst. Als er noch lebte, habe ich ihn ständig besucht, habe ich mich ständig bemüht, den abwesenden Vater zu finden, und jetzt, da er tot ist, glaube ich noch immer nach ihm suchen zu müssen. Der Tod hat nichts geändert. Nur daß mir die Zeit knapp geworden ist."

(Aus: Die Erfindung der Einsamkeit
von Paul Auster)

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