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Es werden Posts vom März, 2017 angezeigt.

Was ich habe

Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
wo ich bin will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne, will ich nicht mehr sehen, aber
wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.

(Thomas Brasche)

Das Wörterbuch der Liebenden

Irgendwann gekauft und dann darauf vergessen. Beim Stöbern durch meine Bücher wiederentdeckt und an einem Nachmittag durchgelesen. Tief beeindruckt von dieser poetischen Enzyklopädie über die Liebe, sehnsüchtigen Sätzen, aber sich auch bewusst darüber, dass die Liebe auch seine Tiefen haben kann. Viele Sätze habe ich mir unterstrichen, manche schon mehrmals gelesen, da sie für mich eine ganz besondere Tiefe zeigen:

"Ein Schneetag. Die U-Bahn fährt nicht, dein Büro hat dichtgemacht, mein Büro hat dichtgemacht. Wir kriechen zurück ins Bett, übereinander, unter die Decken - frostige Luft, warme Körper. Kuscheln und machen den ganzen Morgen rum, packen uns dann dick ein zu einem Spaziergang durch die leeren, schneeverwehten Straßen, erleben die Stadt in ungewohnter Stille, die wir schließlich mit einer Schneeballschlacht zerstören. Eine Gruppe von Teenagern macht mit. Wir kommen durchgefroren und verschwitzt zu Hause an, lassen die heiße Schokolade erst mal überkochen, springen dann…

Mitten in der Schlacht

mitten in der schlacht ist ein
freundliches wort
gefallen
zwischen uns

da liegt es

wer wird es aufheben
und dabei sein
genick entblößen?

(Hans-Curt Flemming)