Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki


Wie so oft bei Haruki Murakami: Eintauchen in eine Geschichte, die einen dann nicht mehr loslässt. Diesmal ist es die Geschichte von Tsukuru Tazaki und seinen Freunden, die während ihrer Schulzeit eine Einheit bilden. Vier der Freunde haben dabei einen Nachnamen, der eine Farbe beinhaltet, nur Tsukuris Nachname ist "farblos", worunter er sehr leidet. Eines Tages brechen die Freunde jedoch den Kontakt mit Tsukuru ab, ohne dass er den Grund dafür erfährt. Dieser Abbruch stürzt ihn in ein tiefes Loch. 16 Jahre später versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen, da ihn das plötzliche Ende dieser doch ganz besonderen Freundschaft immer noch sehr belastet.

Obwohl Murakami den Roman in einem sehr ruhigen Ton erzählt, fesselt er den Leser. Man taucht ein in die Lebensgeschichte der fünf Menschen, erlebt mit, wie Tsukuru zum ersten Mal sein Land mit dem Flugzeug verlässt und nach Finnland reist, um dem Geheimnis wieder ein Stück näher zu kommen. Eine sehr wesentliche Rolle spielt auch die Musik, vor allme die "Années de Pèlerinage" von Liszt, ein Stück, das Tsukuru auf seinem Weg immer wieder begleitet.

"Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" ist ein sehr faszinierender Roman, der den Leser berührt. Am Ende stellt man sich die Frage: "Wie sehr sollte man sich einer Gruppe anpassen, ohne die eigene Individualität aufzugeben, ohne zu einem farblosen Menschen zu werden, der sich nur durch andere definieren kann?" Wie wichtig der Individuationsprozess ist, erkennt Tsukuru am Ende des Buches, wenn er sagt: "Die Gefahr liegt hinter mir. Ich habe die Fähigkeit, nachts allein auf dem Meer zu treiben, ohne unterzugehen."

Hier geht es zum Buch:



Und hier eine Hörprobe von Liszts "Années de Pèlerinage":




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