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Es werden Posts vom August, 2017 angezeigt.

Silence

there are all kinds of silences and each of them means a different thing. there is the silence that comes with morning in a forest, and this is different from the silence of a sleeping city. there is silence after a rainstorm, and before a rainstorm, and these are not the same. there is the silence of emptiness, the silence of fear, the silence of doubt. there is a certain silence that can emanate from a lifeless object as from a chair lately used, or from a piano with old dust upon its keys, or from anything that has answered to the need of a man, for pleasure or for work. this kind of silence can speak. its voice may be melancholy, but it is not always so; for the chair may have been left by a laughing child or the last notes of the piano may have been raucous and gay. whatever the mood or the circumstance, the essence of its quality may linger in the silence that follows. it is a soundless echo. (Beryl Markham) 
Foto: Magdeleine/Annie Spratt




Beim Lesen von Adalbert Stifter

Ich lese nicht Stifter
ich werde von ihm gelesen:
geprüft
gewogen
gezogen
gemeistert
gebeutelt
zerschlissen
manchmal gelten gelassen
und nie
niemals verlassen

(Doris Mühringer)

Mehr von Doris Mühringer und Adalbert Stifter:









Sie und Er

Andrea de Carlo mag ich. Weil man in seine Geschichten eintauchen kann und immer das Gefühl hat, als würde man sich mitten im Geschehen befinden. Macht sich besonders gut im Sommer, wenn man in der Hängematte liegt, der Wind leicht weht, die Blätter rascheln und man leicht hin und her wiegt.

Sie und Er ist so eine Hängematten-Lektüre. Ein Buch wie gemacht für den Sommer. Man kann dabei das Meer rauschen hören, findet sich am Strand wieder, an dem ausgelassene Menschen Partys feiern und Gitarre spielen.

"Das Meer war eine ihrer großen Entdeckungen, als sie nach Italien kam; vorher war sie nur in öffentlichen Schwimmbädern oder in Teichen oder manchmal im See geschwommen. Die überwältigende Lebenskraft des um die Felsen schwappenden Salzwassers zu entdecken war eine Offenbarung für sie; sie glaubt nicht, dass sie je wieder darauf verzichten könnte. Die Durchsichtigkeit verzaubert sie, das Licht, das auf der Oberfläche schimmert und sie durchdringt, das ständige Farbenspiel von Hi…

So richtig Sommer!

Die Sommer damals. Man lag faul auf der Wiese, sah den Bienen zu, zuzelte gedankenlos an Grashalmen und erschlug zwischendurch eine Bremse. Immer erst nachdem sie gestochen hatte und ohne den geringsten Gedanken an Borreliose.

Die Unwetter nach der Hitze rissen tiefe Gräben in den Hang hinter dem Haus, die Kinder badeten in Regenlacken und ruinierten die nagelneuen Lederhosen. Das weiße Sommerkleid sah nach dem Schwarzbeerklauben aus wie ein Dalmatiner. Die Aufregung wegen des versauten Fähnchens war groß, aber die Beeren so süß. Wenn es im August ein paar Tage regnete, war der Sommer vorbei. Es war fast ein Naturgesetz, dass bald darauf Rudi Carrell aus dem Radio plärrte: Wann wird es wieder richtig Sommer?"

Schön war das. Diese ständige Sehnsucht nach einem Sommer, wie er früher einmal war. Darauf ist heute keiner mehr heiß. Ein Sommer wie damals - und alle stöhnen!

(Uschi Loigge/Kleine Zeitung 5. August 2017)